Dienstag, 8. November 2011
Amnesty setzt sich offenbar für "reproduktive Rechte" (vulgo: Abtreibung) ein
Amnesty Journal 06/07 2011:
S. 46f:
Unter dem Titel "Das größte Problem ist die Straffreiheit" findet sich ein Interview. der sich mit der zweifellos beklagenswerten Lage der Frauenrechte in El Salvador befasst. Unter anderem sind Frauen vor sexuellen Übergriffen und sogar Mord unzureichend geschützt und auch die Justiz unternimmt laut diesem Artikel viel zu wenig bis gar nichts, um Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Es mangele an Hilfseinrichtungen wie Frauenhäusern. Außerdem kritisiert die Interviewte Julia Evelyn Martínez, die lange Zeit an der Jesuitenuniversität in San Salvador Universidad Centroamericana “José Simeón Cañas” lehrte, dass "sich die rechten Parteien, aber auch die katholische Kirche vehement gegen Sexualkundeunterricht an den Schulen" wehrten. Auch der Blogautor begrüßt, dass es nun kostenlose Vorsorgeuntersuchungen für Gebärmutterkrebs und Brustkrebs gibt, ebenso freut er sich, dass das neue Gesetz gegen Gewalt an Frauen "ein riesiger Erfolg" sei.
Absurderweise, wenn man den Titel des Artikels bedenkt, fordert die Interviewte, die sich als "feministische Ökonomin" bezeichnet, jedoch Straffreiheit für die Tötung ungeborener Kinder. Der Blogautor kann nicht nachvollziehen, dass die brutale Ermordung von Frauen kritisiert wird, aber gleichzeitig die brutale Ermordung von Kindern, darunter vermutlich annähernd die Hälfte weibliche, auch seitens des UN-Menschenrechtsrates gefordert wird. Amnesty International (AI) schreibt in einer Art Werbe-Zeitschrift anlässlich seines in diesem Jahr begangenen 50. Geburtstags im Editorial der Generalsekretärin der deutschen Sektion vom AI auf S. 5: "Doch die verschiedenen Rechte dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Menschenrechte sind unteilbar, universell und gelten für alle."
Stellt sich die Frage, wie das eindeutig als Unterstützung bzw. Werbung zu sehenden Interview mir Martínez damit vereinbar ist.
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